Vier Wochen und fast 7500km on the road, was für ein Trip! Anfang Juni ging es bei uns mit dem Bus los nach Richtung Portugal. Der Bus kam frisch aus der Werkstatt und die Sachen waren gepackt.
Erster Zwischenstopp war Hossegor, Frankreich, zum Wellenreiten und ein wenig Shoppen. Hossegor ist nämlich nicht nur einer der besten Wellenreitspots in Frankreichs mit schier endlosen Stränden,
sondern hat auch ein riesiges Outlet der großen Surfmakren wie Rip Curl, Billabong, Quiksilver und Co. Leider waren Wetter und Wellen nicht so toll, so dass wir uns nach zwei Tagen Einkaufen und
bereits leerem Geldbeutel auf nach Portugal gemacht haben, beste Voraussetzungen also für die kommenden 4 Wochen;) Spanien, durch das man ja bekanntlich durchfahren muss, um nach Portugal zu
kommen, haben wir ziemlich schnell hinter uns gelassen. Das Binnenland ist irgendwie nicht ganz so spannend und wenn man Autobahn fährt auch ziemlich leer. Nächstes Ziel war also die Nordatlantik
Küste Portugals. Hier gibt es ein paar richtig gute Kite- und Surfspots rund um Viano do Castello. Im Sommer soll man hier bei schönen Wetter und der richtigen Großwetterlage nachmittags
thermischen Wind und mit viel Glück auch ein bißchen Wellen haben. Sollte... leider hat das Wetter nicht ganz so mitgespielt und es war recht bedeckt, so dass die thermischen Winde nicht
eingesetzt haben. Irgendwie lief das noch nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Dennoch gibt es ein paar sehr schöne Strände, teilweise unberührte Natur und die kleinen
Fischerörtchen waren auch sehr idyllisch.
Nach einem kurzen Blick auf die Wettervorhersage haben wir uns dann entschieden, schnell weiter Richtung Süden zu fahren. Nach einem kleinen Zwischenstopp in Porto, das uns im Nachhinein
wesentlich besser als beispielsweise Lissabon gefallen hat, ging es dann an der Küste weiter entlang Richtung Süden. Porto ist übrigens auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man in der Gegend
ist. Direkt an der Flussmündung des Douro zum Atlantik gelegen, ist die Wirtschaftsmetropole Portugals mit seinen kleinen Cafés und Restaurants direkt am Wasser und den Portweinkellereien auf der
anderen Seite des Douro wirklich sehenswert. Dabei sollte ein Besuch einer der vielen Portweinkellereien mit anschließender Verkostung obligatorisch sein!
Von Porto an spielte das Wetter dann auch wieder mit und ein bißchen Welle kam auch, nur der Wind ist noch ausgeblieben. Allerdings gibt es in der Gegend zwischen Porto und Peniche auch kaum
Kitespots, da die thermischen Wind hier kaum vorhanden sind. In Furadouro hatten wir dann das erste Mal Glück und konnten ein wenig Wellenreiten gehen. Der Beachbreak direkt in dem kleinen
Örtchen ist relativ leer und die Wellen laufen Dank der Molen geordnet an den Strand. Mit dem Bus kann man hier direkt am Strand parken und morgens direkt ins Wasser springen, um vor dem
Frühstück die ersten Wellen zu surfen.
Auf der Suche nach größeren Wellen ging es dann aber Nachmittags schon weiter nach Peniche. Peniche ist das Surfmekka Portugals, hier gibt es entlang der langen, traumhaften Sandstrände viele
Spots zum Wellenreiten und mit ein wenig Glück setzt nachmittags noch die Thermik ein und es reicht zum Kiten. Dieses Glück bllieb uns an diesen Tagen jedoch aus und es blieb beim Wellenreiten.
Die meisten Spots sind hier Beachbreaks und, je nach Wellengröße, sehr entspannt. Bei ungefähr anderthalb Metern Welle hatten wir auch ein paar schöne Tage bei strahlendem Sonnenschein. Außerdem
gibt es hier ein paar wunderschöne Stellen, um mit dem Bus zu Übernachten. So kann man direkt in Peniche am nördlich Ortsrand direkt an der Steilküste mit Blick über die gesamte Bucht von Peniche
stehen und abends den Sonnenuntergang über dem Atlantik bewundern.
Nach ein paar Tagen juckte es mich dann doch in den Fingern und ich wollte endlich mal Kiten gehen. Also ging es weiter nach Guincho, einem der besten Windsurf- und Kitespots Europas, wenn man im
Sommer nach Wind und Welle sucht. Auf dem Weg haben wir dann noch festgellt, dass in Ericiera gerade die ASP, der Worldtour der Wellenreiten, ihren Tourstop hatte. Bei sauberen Wellen um die 2m
war es schon beeindruckend, die Surfprofis einmal live in der Welle zu sehen. In Guincho angekommen bließ uns auch gleich der Wind um die Ohren. Dank der Berge nördlich der Bucht entfaltet sich
hier die Thermik im Sommer bei schönem Wetter in ihrer vollen Stärke und man hat fast jeden Tag Wind. Zusätzlich rollt der Atlantiksweel, wenn es denn einen gibt, ungehindert in die Bucht. Die
nächsten Tage hieß es also endlich Kiten!!! Leider waren wir noch recht früh in er Saison dort, so dass der Wind teilweise noch etwas böig war und meist auch nur für ein paar Stunden hielt.
Dennoch hat es für den Wellenreiter und der 8er RPM ausgereicht, um seinen Spaß zu haben. Dazu gab es dann noch schöne Wellen, die allerdings teilweise recht close-out, also über ihre gesamte
Länge, gebrochen sind. Aber irgendwas ist ja immer...
Durch seine geringe Nähe zu Lissabon ist Guincho auch ein idealer Ausgangspunkt für einen Besuch Lissabons. Die Altstadt und vielen Sehenswürdigkeiten sind definitiv einen Besuch wert und abends
kann man im Kneipenviertel Bario Alto auch noch feiern gehen. Der Wind in Guincho setzt glücklicherweise meist erst nachmittags ein, so dass man nichts verpasst, sollte es nachts mal etwas länger
gehen.
Nach 5 Tagen Guincho und fast genauso vielen Kitetagen haben wir uns dann langsam wieder auf den Heimweg gemacht, um gleichzeitig die besten Spots noch einmal abzuklappern. Dabei hatten wir noch
einmal richtig Glück in Peniche, denn der Wind reichte bei 2m Welle für den 12er bzw. 8er Kite. Bei auflandigem Wind war es zwar eine Qual durch das Weißwasser zu kommen, sobald man es aber
geschafft hatte, wude man aber von traumhaften Wellen belohnt. Dazu kommt, dass die Kitegemeinde in Peniche sehr klein ist und die meisten anderen Kite direkt am Strand gefahren sind und man
weiter draussen seine Ruhe hatte. Peniche war für uns damit einer der besten Spots, sowohl zum Kiten auch zum Wellenreiten, auf unserem Trip.
Doch irgendwann nimmt jeder Urlaub sein Ende... Nach einem kurzen Besuch im Prado in Madrid, als alter Kunstkenner muss man das Museo Nacional del Prado ja mal gesehen haben, war unsere letzten
Station noch einmal Hossegor. Hier wurden wir zum Abschluss noch einmal mit drei traumhaften Wellenreittagen bei schönstem Wetter belohnt.
Der Rückweg nach Deutschland durch Frankreich war dann zum Ende noch einmal die reine Quellerei. Bei 35 Grad Aussentemperatur und gefühlten 50 Grad im Bus haben wir uns das erste Mal eine
Klimaanlage im Bus gewünscht. So mussten wir an fast jeder Raststätte anhalten und uns kaltes Wasser über den Kopf laufen lassen, um die Fahrt irgendwie zu überstehen. Entlang der Loire konnten
wir dann nach einem Frühstück direkt am Fluss noch einmal in der Loire baden gehen, um nicht vollkommen verdreckt wieder in Deutschland ankommen zu müssen. Und wie sollte es dann auch nicht
anders im deutschen Sommer sein, wurden wir mit Dauerregen empfangen:(
Einen Trip nach Portugal mit dem Bus können wir wirklich nur jeden empfehlen. Portugal ist wirklich ein wunderschönes Land. Ein paar Wochen sollte man für einen solchen Trip aber auf jeden Fall
einplanen! Das war bestimmt nicht die letzte Tour nach Portugal...